Gleich hinter den Sojabohnenfarmen in Pickaway County, Ohio, steht ein mit blauen und grauen Paneelen verkleidetes Flachdachgebäude, in dessen Nähe John-Deere-Traktoren stehen und Bauarbeiter mit Schutzhelmen eifrig Rohre im Boden verlegen.
Die 866.000 Quadratmeter große Fabrik ist nicht besonders auffällig – sie sieht aus wie eines der vielen bescheidenen Industrielager, die die Straßen in der Nähe des Rickenbacker International Airport, einem Frachtdrehkreuz im Mittleren Westen, säumen. Aber das Unternehmen hinter der Anlage – Anduril, ein hochgeschätztes Start-up für Verteidigungstechnologie – hat große Träume mit der Fabrik verbunden: Es hofft, dass der Standort seine Produktionskapazität erheblich steigern und dabei helfen wird, die Ziele zu erreichen, die es den Investoren in den letzten Wochen gesetzt hat, als es auf der Suche nach frischem Kapital in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar war.
Drinnen steht Keith Flynn, der bärtige und breitschultrige Produktionsleiter von Anduril, vor Hochglanzdarstellungen dessen, was das Unternehmen diesem Teil von Ohio, 20 Minuten südlich von Columbus, irgendwann hinzufügen möchte: einen vollständigen Campus im Silicon-Valley-Stil mit einem halben Dutzend Gebäuden auf einem 500 Hektar großen Gelände. Während Anduril der Fabrik den letzten Schliff gibt, beginnt gerade der Bau eines zweiten Gebäudes in der Nähe. Das Startup hat bereits einen umwerfenden Namen für den Campus gewählt: Arsenal 1.